Eine Ära geht zu Ende

TT – Vorbericht - VfL Oker
Beim VfL Oker neigt sich eine Ära ihrem Ende entgegen: Nach fast zwanzig Jahren wird sich die Tischtennisabteilung zur nächsten Saison vom Spitzensport verabschieden. Konkret bedeutet dies, dass der VfL seine Herren- und Damenmannschaft aus der Verbands- bzw. Regionalliga zurückziehen und in Zukunft verstärkt den Breitensport im Fokus haben wird. „Nach den vielen Jahren der Zugehörigkeit zu qualitativ hochwertigen Ligen, ist dieser Schritt gewiss ein schmerzhafter Einschnitt“, erklärt VfL-Abteilungsleiter Knut Franck. Vor allem der hohe organisatorische Aufwand, Spielerinnen und Spieler von weit entfernten Orten aus zu den Punktspielen zu befördern, sei mit der Philosophie, alle Okeraner Mannschaften mit regional ansässigen Akteuren und Nachwuchsspielern zu bestreiten, nicht mehr zu vereinbaren.
Zuletzt wurden bei den Herren mit den beiden Chilenen David Jerman Valenzuela Hernandez und Marco Antonio Astudillo Berrios gleich zwei Akteure aus der sächsischen Tischtennisschule Eilenburg bei Leipzig verpflichtet. Bei den Okeraner Damen waren die Anreisewege für Viktorija Stirbyte (London), Ivana Pelcmanová (Berlin) und Petra Zyková (Prag) sogar um ein Vielfaches länger. Franck, der den schwierigen Beschluss vor wenigen Wochen zusammen mit den Vorstandsmitgliedern der Tischtennisabteilung gefällt hat, blickt natürlich auch leicht wehmütig auf die großen Erfolge und die spielerischen Leistungen der Spitzenteams des VfL zurück: „Bei der Bekanntgabe unserer Entscheidung ist verständlicherweise auch die ein oder andere Träne geflossen.“ Die Suche nach spielerisch gleichwertigen Alternativen aus der Region gestaltete sich jedoch in den letzten Jahren immer schwieriger. Erste Anzeichen für eine unvermeidbare Neuausrichtung hatte es bereits vor zwei Jahren gegeben, als der damalige Spielertrainer Marin Kostadinov den Verein in Richtung Magdeburg verließ und die Herrenmannschaft einen Neustart in der Landesliga wagte. „Es ist“, so Franck, „nur noch eine Frage der Zeit gewesen, diesen Schritt zu vollziehen.“ Dass der Leistungsgedanke in Oker aber dennoch weiter eine Rolle spielt, zeigt das bei der zweiten Herren definierte Saisonziel, das mit dem Aufstieg in die Bezirksoberliga erfolgreich erreicht werden konnte.
In der kommenden Spielzeit soll die erste Herrenmannschaft darüber hinaus immerhin wieder in der Landesliga auflaufen und damit weiter so hoch wie kein anderer Kreisverein spielen. Bei den Damen wird der VfL nur noch das Bezirksliga-Team melden. Wie sich die personellen Aufstellungen nach dem Umbruch in der Saison 2017/18 aufstellen, steht noch nicht fest. „Die Planungen dafür laufen aber bereits“, so Franck.