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Vor 15 Jahren den Sprung ins kalte Wasser gewagt

Ehrenamtliche engagieren sich für das Freibad des VfL Oker Hitze lockt 11.000 Besucher in diesem Sommer

Von Lena Hoffmann

Oker. Seit 15 Jahren ist das Freibad in Oker eine eigene Abteilung des VfL Oker. Doch das Bad gibt es schon viel länger: Im Spätfrühling 1934 fand die feierliche Eröffnung des Vater-Jahn-Bades statt. Lange Jahre wurde es als Lehrschwimmbecken genutzt. "Nach der Schließung stand kein Bad in der Nähe zur Verfügung. 30 bis 40 Leute fanden sich 2003 zusammen, um das Freibad wieder zum Leben zu erwecken", erzählt Rolf Palitza, Abteilungsleiter Freibad des VfL.

Doch wichtige Fragen mussten vorab geklärt werden: Wer will die Trägerschaft übernehmen? Was ist, wenn das Schwimmbad pleitegeht? "Ein finanzieller Ruin sollte den Verein nicht belasten. Es war für alle ein Sprung ins kalte Wasser", sagt Palitza.

Verein überzeugt

Wigand Sommer, heutiger Ehrenvorsitzender des VfL, überzeugte den Verein, das Freibad weiterzuführen und setzte die Spartenabtrennung um. Das bedeutet: Ab sofort war das Schwimmbad eine eigene Abteilung des VfL, die anderen Bereiche, wie etwa Fußball oder Tennis wären somit unberührt geblieben, wenn das Projekt gescheitert wäre.

"In der Umsetzung war vor allem die Turnabteilung um Waldemar Stark federführend", erklärt Jens Kloppenburg, Pressesprecher des Freibades. Neben Rolf Palitza sei auch jetziges Vorstandsmitglied Ulrich Knoke sofort überzeugt gewesen, dass die Aufgaben im Freibad machbar sind. "Technik ist überschaubar, Kasse geht, Rasen mähen ebenfalls und alles andere kriegen wir auch hin", sagt Palitza über die Anfänge. Die Stadt habe einen Basiszuschuss gegeben und einen Bademeister sowie eine Kassenkraft im ersten Jahr zur Verfügung gestellt. "Wir konnten zunächst lernen und dann auf eigene Kräfte zurückgreifen", erklärt Kloppenburg. "Wir sind mittlerweile personell sozusagen ein Fünf-Säulen-Modell, bestehend aus Technik, Kasse, Kiosk, Grünanlagepflege und Schwimmaufsicht", sagt er.

Ehrenamtlich engagiert

Seit 15 Jahren seien auch Gisela Knoke und Renate Sanders ehrenamtlich dabei. Kräfte, wie sie seien für das Bad unverzichtbar. Angewiesen sei das Bad zudem auf Sponsoren und Spender. Dadurch würden wichtige Investitionen ermöglicht. "Die hohen Energiekosten für das Heizen der Becken konnten beispielsweise gesenkt werden, indem das Wasser jetzt durch einen 4000 Meter langen Schlauch gepumpt und von der Sonne erwärmt wird", nennt Palitza ein Beispiel.

2015 und 2016 lief es jedoch nicht gut. "Die sinkenden Besucherzahlen und unerwarteten Sanierungskosten konnten durch Rücklagen aus vorherigen Jahren gedeckt werden", schildert er. "Dass es im 15. Jahr so tolles Wetter gab, ist klasse", sagt Kloppenburg. 11.000 Besucher wurden bisher gezählt, 2017 waren es 6600. Warum es trotz schlechter Zeiten 15 Jahre gehalten hat? "Klare Worte im Team und alles zum Wohle des Bades", sagt Palitza.

GZ vom 25.08.2018

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